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Die Sonne hatte sich noch hinter einer Wolkendecke versteckt und die Temperatur war – im Gegensatz zu den schwülen Vortagen – angenehm kühl, als sich am 1. Juni auf dem Parkplatz beim Bahnhof der kleinen Taunusgemeinde Lorsbach eine 25-köpfige Wandererschar zum traditionellen Wandertag der Schweizer Gesellschaft Frankfurt am Main traf. Vorgesehen war eine leichte Wanderung mit wenigen Steigungen durch ein Gebiet am Eingang des Taunus, welches nicht umsonst “die Perle der Nassauer Schweiz“ genannt wird. Um 10 Uhr ging es von Lorsbach aus auf recht guten Wegen durch saftig grünen Wald etwa zwei Stunden aufwärts, bis der Kelkheimer Hausberg, der 451 Meter hohe Staufen, erreicht wurde. Nach nur kurzem Halt am höchsten Punkt ging es weiter, denn nur wenige Minuten weiter liegt der große Mannstein, eine Felsgruppe, an der die erste große Verschnaufpause Pause geplant war.
Hier konnten die Wanderer durch Erläuterungen des Vereinspräsident Helmut Rössinger lernen, dass an dieser Stelle drei Sprösslinge der berühmten Familie von Gagern und damit „politische Söhne“ Kelkheims im Herbst 1838 feierlich schworen, die politische Zerrissenheit Deutschlands zu überwinden. Eine Bronzeplatte mit den Konterfeis der Brüder Friedrich (als General 1848 gegen die Hecker-Aufständischen gefallen), Maximilian (seinerzeit Diplomat in Österreichischen Diensten) und Heinrich (erster Präsident der Frankfurter Nationalversammlung) weist heute auf diesen historischen Punkt hin. Von der Felsgruppe schrieb die FAZ berechtigterweise, dass “von der majestätischen Sicht über die Taunushänge bis zur Frankfurter Domspitze auch weniger heroische Naturen überwältigt seien“. So waren dann auch 25 Schweizer Naturen durchaus begeistert von diesem Ort, aber auch vom fast schon traditionellen Schweizer „Gipfelwein“, den Richard Rochat gespendet hatte. Und es war spürbar, dass sowohl der historische Ort hier in der Nassauer Schweiz, als auch das damalige Gelöbnis “treu einander zu unterstützen und ihre Kraft der Einheit und Freiheit Deutschlands zu widmen“ bei den Schweizer Wanderern sofort Gedanken an das Rütli und seinen Schwur erweckten. Ganz un-heroisch ging es dann bald weiter in den nahe liegenden Gimbacher Hof, einen gepflegten Landgasthof mit schönem Biergarten, wo bereits freie Plätze, Apfelwein und traditionelles Essen auf die durstige und hungrige Gruppe wartete. Dort schien dann auch die Sonne wieder so stark, dass die Schattenplätze rasch ausgebucht waren. Und nachdem einige nicht ohne Halt am überwältigenden Kuchenbuffet vorbeigehen konnten, zog die illustre Schar gegen 16 Uhr in Gespräche verwickelt zurück nach Lorsbach, wo sich alle zufrieden mit der Wanderleistung und dem idealen Wetter verabschiedeten. Immer im Frühjahr organisieren wir eine Wanderung zu einem Ziel mit Schweizer oder Frankfurter Bezug. Beachten Sie hierzu unser Jahresprogramm!
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